Aquarien und Terrarienverein Argus 1956 e.V.

Vor ca. 50 Jahren trafen sich einige Fechenheimer Aquarienfreunde im Gasthof „Zum Engel“ und beschlossen die Gründung eines Vereins. Es entwickelten sich daraus vielseitige Aktivitäten, die hier kurz umrissen werden sollen.

 

1956

Zur Gründung des Aquarien- und Terrarienvereins „Argus“ treffen sich 16 Personen. Aus ihrer Mitte werden G. Mende zum Ersten Vorsitzenden, A. Neher zum Zweiten Vorsitzenden, H. Männle zum Schriftführer und G. Kirsch zum Kassierer gewählt. In der Folge finden regelmäßige Zusammenkünfte im Gasthof Engel statt. Eine Satzung wird ausgearbeitet, der Eintritt in den VDA beschlossen. Befreundete Vereine und Experten können für Vortragsabende gewonnen werden. Anregungen und neue Impulse für Verein und Tierhaltung werden bei Ausstellungen benachbarter Vereine eingeholt.Zweimal jährlich werden Wanderungen in die nähere Umgebung durchgeführt, Flora und Fauna finden besondere Beachtung.

 

1959

Schon drei Jahre nach der Gründung Führt der Verein erste Verhandlungen mit der Firma Cassella AG. Es soll ein Grundstück zur Errichtung einer Freilandanlage gepachtet werden.

 

1960

Einschneidende Änderungen im Vereinsleben begleiten den Beginn des neuen Jahrzehnts. Der Aquarien- und Terrarienverein pachtet etwa 1200 Quadratmeter Land am Fechenheimer Wald. Das bislang im Heim gepflegte Hobby wird zur harten Arbeit. Die Mitglieder kultivieren das Gelände, es wird ein Fischteich angelegt. Der weitere Ausbau erfolgt durch Errichtung der ersten Voliere und eines Schildkrötentümpels.

 

1961

Am 25. April erfolgt die Eintragung in das Vereinsregister. Der Aquarien- und Terrarienverein „Argus“ e.V. gestaltet nun gemäß seiner Satzung selbst Vorträge und Dia Abende. Weiter wird in der Konrad – Haenisch - Schule, Frankfurt am Main, ein Aquarium zur Anschauung installiert und gepflegt.

 

1962

Die Gestaltung der Anlage macht Fortschritte, es werden weitere Volieren errichtet und mit Greifvögeln, Fasanen und Sittichen besetzt. Viel Idealismus und persönlicher Einsatz in den folgenden Jahren lassen einen zweiten Fischteich, einen Ententeich, eine Anlage für Waschbären und weitere Gehege entstehen. Der Tierbestand wird erheblich erweitert. Eine provisorische Unterkunft wird erstellt und dient in Zukunft den  Aktiven als Aufenthaltsraum.

 

1964

Weitere 600 Quadratmeter Land werden der Anlage angegliedert. Auf dem Gelände entsteht ein Kinderspielplatz. Der Aufenthaltsraum wird erweitert und mit einer Terrasse versehen.

 

1966

Zum 10- jährigen Jubiläum können die Mitglieder mit Befriedigung auf ihre langjährigen Bemühungen zurückblicken: Die Anlage ist komplett ausgebaut. Erfolgreiche Nachzucht konnte betrieben werden. Das Gelände dient Schulklassen zum Anschauungsunterricht. Anlässlich des Jubiläums wird eine 12 Volt Lichtanlage installiert

 

1969

Ein Terrarienhaus wird als erstes Gebäude der Anlage fest gemauert. Durch den Neubau der Straße zwischen Fechenheim Nord und Bischofsheim muss eine Fläche des von rund 400 Quadratmetern abgegeben werden.

 

1971

In der gesamten Anlage ist Strom installiert. Das Vereinshaus ist fertig gestellt,es wird eine Toilette gebaut. Das Gelände wird neu bepflanzt.

 

1973

Eine Werkstatt, ein Raum für eine Heizungsanlage und ein Futterraum werden in Festbauweise erstellt. Wasserleitungen versorgen die wichtigsten Teile der Anlage. Zusätzlich wird ein Brunnen gebohrt.

 

1974

Heinz Bindemann übernimmt den Vorsitz. Ihm obliegt die Aufgabe, die begonnenen Ausbauten bis zum 20 jährigen Jubiläum fertig zustellen.

 

1976

Das Terrarienhaus ist beheizt, es wird mit Affen, Leguanen, Schildkröten und Schlangen besetzt. Das Vereinshaus erhält Heizung und Wasser, die Innenausstattung wird fertig gestellt. Küche und Vorratsraum werden angebaut, die Wege werden asphaltiert.

 

1978

Der Verein erhält Anschluss an die Kanalisation, es wird eine Toilettenanlage an das Vereinshaus angegliedert. Die Anlage wird einbruchssicher gemacht, da es in der Vergangenheit wiederholt zu Schäden n an Tierbestand und Gebäuden gekommen ist. Dankbar registriert „die Argus“, wie die Fechenheimer den Verein inzwischen nennen, regen Besuch der Öffentlichkeit. Vornehmlich Familien mit Kindern verbringen nun oft einige Stunden auf dem Gelände, um die Gehege zu besichtigen oder eine Rast nach einer Wanderung einzulegen.

 

1979

Das Gelände ist erstmals Zielpunkt einer Volkswanderung, die unter der Regie des Arbeitskreis Fechenheimer Vereine veranstaltet wird. Es werden Speisen und Getränke angeboten.

 

1980

Der Verein handelt mit der Firma Cassella AG einen neuen Pachtvertrag über 30 Jahre aus. Dies ist Grund genug die Gestaltung des Geländes mit neuem Elan voranzutreiben. Einige der veralteten Volieren werden Umgebaut, es entsteht ein beheiztes Aquarienhaus mit angeschlossenem Dusch- und Umkleideraum. Im hinteren Areal wird eine Remise für Kutsche und Pferde gebaut. Erstmals wird ein Westernabend veranstaltet.

 

1981

Die komfortablen Vereinseinrichtungen gestatten zum 25 jährigen Jubiläum ein lebhaftes Vereinsleben mit dem Schwerpunkt Tierhaltung und -pflege. An der heimischen Tradition wie dem Fechenheimer Fischerfest und dem Volkswandern wird aktiv teilgenommen.

 

1982

Zunehmende Einbrüche in Gebäude und Anschläge auf die Tiere machen die Installation einer Alarmanlage erforderlich.

 

1984

Der Beitritt einiger Mitglieder der Deutschen Cichliden Gesellschaft bringt neuen Aufschwung für das Aquarienhaus. Es folgt eine Renovierung und eine Einweihungsfeier mit geladener politischer Prominenz. Ausbau und Verbesserung arbeiten, sowie die traditionelle Brauchtumspflege dominieren das Vereinsleben.

 

1985

Stadtrat Daum zeigt sich bei einem Besuch sehr beeindruckt von der Vereinsarbeit und sorgt für Unterstürzung durch die Stadtgärtnerei. Die Fechenheimer Geschäftsleute honorieren die beachtlichen Leistungen des Vereins durch nennenswerte Spenden.

 

1986

Im Mittelpunkt steht die Instandsetzung der Volieren. Die Aktivitäten und regelmäßigen Stammtische der „Aquarianer“ sind zu einem festen Bestandteil des Vereinsleben geworden.


1988

Die Terrasse wird in das Vereinshaus integriert, die Küche vergrößert. Die Heizung musste komplett erneuert werden. Eine Außentoilette für zahlreicher werdenden Besucher wurde errichtet und ein Hasenhaus mit Gehege gebaut.

 

1990

Der Beginn der 90er Jahre stand bei „der Argus“ im Zeichen Vom Instandhaltungs- und Ausbauarbeiten. Das rege Vereinsleben umfasste während dieser Konsolidierungsphase die umfangreichen, herkömmlichen Aktivitäten.

 

1996

Zum 40 jährigen Vereinsjubiläum konnte „die Argus“ bei rund 100 Mitgliedern stolz die Früchte jahrelanger ehrenamtlicher engagierter Vereinsarbeit vorweisen. Die Anlage hat sich zu einem Kleinod am Fechenheimer Wald entwickelt.

 

1998

Heinz Bindemann übergibt die Vereinsführung nach 24 Jahren an die Folgegeneration. Er kann mit Stolz auf ein Werk zurückblicken, das er mit viel Idealismus geprägt hat. Marion Doll wird Erste Vorsitzende von mittlerweile rund 120 Mitgliedern. Das Aquarienhaus wird umgebaut und generalüberholt. Darüber hinaus richtet „die Argus“ die Jahreshautversammlung der DCG aus, dem mit 3000 Mitgliedern größten Aquarienverein der Welt.

 

1999

Im Rahmen eines großen Frühlingsfestes wird das im Vorjahr völlig sanierte und komplett neu eingerichtet Aquarienhaus eingeweiht. Die aktiven Mitglieder des Vereins investieren weiter viel Zeit und Arbeit in die Gestaltung und Instandhaltung der Anlage.Mit dabei ist auch die Jugend des Vereins, die sich vor allem um den vorderen Tümpel kümmert. Aber auch die Geselligkeit kommt nicht zu kurz. Neu auf dem Programm steht ein Oktoberfest, und das Argus Canastatunier wird zum zweiten Mal ausgerichtet. Auch am Fechenheimer Weihnachtsmarkt beteiligt sich der Verein aktiv mit einem Stand.

 

2000

Die Bemühungen des neuen Vorstands, den Zusammenhalt unter den Mitgliedern durch Feste zu stärken gehen weiter voran. Nach der Einführung von Oktoberfest und Canastatunier werden nun auch noch eine Faschingsfeier, ein Tanz in den Mai und ein Spätsommernachtfestes ausgerichtet. Nachdem ein Fuchs immer wieder Meerschweinchen und Kaninchen gerissen hat, entschließt sich „die Argus“ dazu, eines der Gehege abzureißen. Der gewonnene Platz soll künftig genutzt werden, um ein Festzelt aufstellen zu können.

 

2001

Das Terrarienhaus wird von Grund auf saniert. Die Wände werden frisch verputzt, der Fußboden erhält einen neuen Belag, eine neue Decke wird eingezogen, und die Wasser- und Stromleitungen werden Komplett erneuert. Auch die Wände der Futterküche und der Werkstatt werden neu verputzt. „Die Argus“ ist inzwischen der Größte Aquarienverein Frankfurts.

 

2003

Das 48. Jahr der Vereinsgeschichte bringt einen herben Einschnitt für „die Argus“ mit sich. Durch behördliche Auflagen ist der Verein gezwungen, sich von einem erheblichen Teil seiner Tiere zu trennen. Nach Mitteilung des Regierungspräsidiums Darmstadt steht „die Argus“ vor der Wahl, entweder das Vereinsgelände als Zoo anerkennen zu lasen, es künftig nur noch an sieben Tagen im Jahr der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, oder bis auf fünf Arten alle Wildtiere abzugeben. Da der Verein nicht in der Lage ist, die erheblichen Auflagen zu erfüllen, die mit der Anerkennung als Zoo einhergehen, und eine Beschränkung der Öffnungszeiten offensichtlich dem Ziel des Vereins, den Bürgern die Natur näher zu bringen, widerspricht, entscheiden sich die Mitglieder schweren Herzens dazu, die Zahl der Wildtierarten auf dem Vereinsgelände zu reduzieren. Unter anderem werden sechs Papageien und Sittiche sowie die beiden griechischen Landschildkröten ab gegeben, sogar das Paar Leguane im Vereinshaus, die seit Jahren fest zur „Argus“ gehören, müssen verkauft werden. Um ihren Bestand nicht dramatisch reduzieren zu müssen, entschließen sich die Aquarienfreunde der DCG vorerst, das Aquarienhaus nur noch an sieben Tagen im Jahr zu öffnen. Damit büßt der Aquarien- und Terrarienverein einige seiner Attraktionen ein, die über mehrere Jahrzehnte die Bevölkerung und insbesondere viele Schulklassen bei ihren Besuchen auf dem Vereinsgelände am Fechenheimer Wald begeistert haben.

 

2004

Wieder einmal muss die Heizungsanlage vollständig erneuert werden. Alle Rohre zwischen Heizungsraum und Gaststätte müssen neu verlegt werden. Auch ein neuer Heizkessel wird angeschafft, nachdem der alte nicht mehr den Abgasnormen entspricht. Schon im Vorjahr war ein zweiter Heizkreis eingebaut worden, um Vereinsheim und Aquarienhaus unabhängig voneinander beheizen zu können.

 

2005

Nach sieben Jahren legt Marion Doll zur Jahreshautversammlung den Vorsitz nieder. Die Mitglieder wählen ihren bisherigen Stellvertreter Horst Halbleib, der dem Vorstand schon viele Jahre angehört, zum neuen Ersten Vorsitzenden. Der Eigentümer des Vereinsgeländes, eine Nachfolgerin der früheren Cassella AG, bietet das Grundstück zum Kauf an. Da der Verein die Kaufsumme nicht aufbringen kann, springt der Ehrenvorsitzende Heinz Bindemann für „die Argus“ ein. Er kauft das Grundstück, um dem Verein das Gelände auch für die Zukunft zu sichern. Das Jubiläumsjahr 2006 wirft seine Schatten voraus, ein Festkomitee übernimmt die Vorbereitungen. Doch nach fünf  Jahrzehnten hat der Verein nicht nur Grund zum Feiern, sondern steht auch etlichen Schwierigkeiten gegenüber. Durch die gestiegenen behördlichen Auflagen ist das Betreiben einer Anlage, wie sie „die Argus“ seit fast 50 Jahren pflegt, anscheinend kaum mehr mit ehrenamtlichen Helfern zu bewerkstelligen. Viele Mitglieder sehen sich beruflichen Belastungen und vielfältigen privaten Verpflichtungen gegenüber. Zusätzlich mangelt es, wie in vielen Vereinen, an Nachwuchs, um die Arbeitslast auf mehrere und auch jüngere Schultern verteilen zu können. Dennoch will „die Argus“ die Flinte nicht ins Korn werfen, sondern wird sich diesen Herausforderungen stellen und sich bemühen, auch über das 50. Vereinsjahr hinaus das Vereinsziel zu verfolgen, den Bürgern Natur und Tiere näher zu bringen.

 

2006

Seit der Vereinsgründung sind 50 Jahre vergangen. Auf der Jahreshautversammlung am neunzehnten März wird ein neuer Vorstand gewählt. Als neue Vorsitzende steht nun Anneliese Bindemann dem Verein vor. Die Jubiläumsfeierlichkeiten finden am 14. und 21. Mai auf dem Vereinsgelände statt.




 

 

 

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